6 unschlagbare Tipps zur Finanzierung einer Backpackingreise

Findest Du auch, dass eine Langzeitreise oder sogar eine Weltreise viel zu teuer sei, als das Du Dir das leisten könntest? Damit bist Du in vielleicht nicht guter, aber doch zahlreicher Gesellschaft. Ich muss ehrlich sein: Für viele wird es nicht leicht sein. Insbesondere, wenn man bisher immer viel gekauft hat oder noch nie gut im Sparen war, dann wird es manchmal einiges an Überwindung kosten. Aber eins kann ich Dir sagen: Es lohnt sich! Wer einmal angefangen hat, auf seine Ausgaben zu achten, merkt plötzlich, für wie viel unnützen Kram er eigentlich sein Geld verschwendet. Der landet doch nur wieder im nächsten Regal landet und verstaubt da. Abgesehen davon hat man ja eine schöne Motivation vor Augen.


1. Reisekonto anlegen

Sparkonto Geld

Der sicherste Weg, einen bestimmten Betrag zusammen zu bekommen ist, regelmäßig Geld zurück zu legen. Dazu solltest Du Dir am besten ein extra Konto anlegen. Wenn Du das Geld nicht immer auf deinem Standard-Konto siehst, ist die Versuchung viel geringer, etwas von dem angesparten Geld zu verwenden, ganz nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. 

 

Ich würde hierfür einen Dauerauftrag einrichten, der pro Monat einen bestimmten Betrag auf dein Reisekonto überweist. Dieser sollte immer schon am Anfang des Monats, am besten einen Tag, nach dem du dein Gehalt bekommen hast, abgebucht werden. Nicht, dass du am Ende des Monats wie geplant dein Geld auf dein Sparkonto überweisen willst und siehst, dass du nicht mehr genug übrig hast.

 

Ich selbst habe mir für diesen Zweck ein Tagesgeldkonto angelegt. Damit ist man flexibler als bei vielen anderen Anlagemöglichkeiten, da man keine Laufzeit hat oder ein Mindestbetrag verlangt wird. Außerdem ist es genauso sicher wie ein Festgeldkonto. Zu guter Letzt  bekommt man - auch wenn das mittlerweile nicht mehr die Welt bedeutet- mehr Zinsen, als auf eine Sparbuch.


2. Kosten senken

Nach dem monatlichen Zurücklegen wohl der Wichtigste Punkt und eine Erkenntnis, die fast jeder mit einem festen Einkommen machen muss: Am Ende des Monats ist nicht mehr auf dem Konto, nur weil man mehr verdient.

 

Wir passen unseren Konsum in der Regel an unser Einkommen an. Kamen wir also in unserer Studentenzeit nach Abzug der Miete noch locker mit 300 Euro monatlich klar, muss später doch plötzlich das neuste IPhone oder Schuhe her. Statussymbole, die uns aber nicht dauerhaft glücklich machen. Du solltest lernen, darauf zu verzichten. Frag Dich immer, was Dir lieber ist: Die neuste Konsole oder Deine Reise. Insbesondere Spontankäufe solltest Du vermeiden. Denke lieber noch ein oder zwei Tage darüber nach, ob du diesen neuen Fernseher wirklich kaufen musst. Der NDR hat übrigens eine sehr sehenswerte Dokumentation zum Thema Konsum und Wachstum produziert, die Du Dir unbedingt anschauen solltest.

 

Ein weiterer Tipp ist, möglichst oft bar zu zahlen und nicht mit EC- oder Kreditkarte. Der Grund ist ein psychologischer: Wenn man die Scheine vor Augen hat und man das Geld aktiv weggeben muss, sieht man wie es weniger wird. Dadurch ist einem eher bewusst, dass man gerade Geld ausgegeben hat. Beim Zahlen mit einer Karte handelt es sich  hingegen nur ganz abstrakt um Zahlen auf einem Kontoauszug. Bei hohen Beträgen würde allerdings auch ich mit Karte zahlen, da ich ungerne eine zu große Menge an Bargeld mit mir herumtrage. Es kann ja doch gestohlen werden. Aber wenn ich das tue, versuche ich mir den Bezahlvorgang bildlich vorzustellen, als würde ich mit Bargeld zahlen. Dadurch laufe ich nicht Gefahr, den Preis der Kaufsache falsch einzuschätzen.


Was auch helfen kann ist, sich klar zu machen, wie viele Tage Du mit dem Geld an einem bestimmten Reiseort leben kannst. Das macht die Sache konkreter als das unbestimmte, weit entfernte Ziel "Reise".

 

Außerdem kannst Du vielleicht laufende Kosten senken. Wechsle den Stromanbieter oder den Handytarif. Kündige das Zeitungsabo und die ADAC-Mitgliedschaft. Wenn Du oft ins Kino oder Essen gehst, dann suche nach Alternativen (s. u.). Musst Du wirklich alleine in einer Vier-Zimmer-Wohnung wohnen oder kannst Du vielleicht auch in eine WG oder in eine kleinere Wohnung umziehen? Möchtest Du auf eine Backpacking-Reise gehen, dann kannst Du Dich auch jetzt schon mal daran gewöhnen, keine Wohnung für Dich zu haben. Du hast schon immer einen Grund gebraucht, mit dem Rauchen aufzuhören? Perfekt, du hast ihn gefunden. 


3. Entrümpeln

Rayman 3, Landwirtschaftssimulator, Das Känguru-Minifest, Beedle the Bard, Monkey Island

Nächster Schritt: Schau mal kurz durch Dein Bücherregal! Mach Deinen Kleiderschrank auf! Oder zähl Deine Schuhe! Hast Du etwa noch einen ganzen CD-Ständer voller CDs? Dann ist es wirklich Zeit, auszumisten. Das Schöne daran: Du fühlst Dich am Ende nicht nur freier, Du hast auch noch ein paar Euro verdient. Und Du musstest dafür noch nicht mal auf etwas Neues verzichten.

 

Unter Entrümpeln verstehe ich aber nicht nur diese kleinen Sachen. Vielleicht brauchst Du gewisse Möbelstücke nicht mehr oder Deine Stereoanlage? Du könntest sogar darüber nachdenken, Dein Auto zu verkaufen, wenn Du es sowieso nicht wirklich benötigst. Das spart auch gleich noch Kosten für Versicherung, Benzin und Stellplatz.

 

Um Deine Sachen zu verkaufen, kannst Du ganz klassisch auf den Flohmarkt oder in einen Second-Hand-Shop gehen. Massig Alternativen dazu bieten das Internet. Auf Ebay kannst Du alle möglichen Arten von Gegenständen stellen, bei Kleiderkorb besteht die Möglichkeit, gebrauchte oder ungetragene Kleidung zu verkaufen. Eine von mir sehr geschätzte Seite ist Rebuy. Hier verkauft man alte Bücher, DVDs, CDs oder Elektronik an Rebuy selbst. Da wird dann später versucht, die Gegenstände weiter zu verkaufen. Man bekommt auf Ebay zwar sicher oft mehr für den Gegenstand, aber bei Rebuy hat man keinen Stress mit dem Erstellen einer Beschreibung, dem Einstellen von Fotos und dem Verschicken jedes einzelnen Teils. Dazu kommt noch, dass man bei Rebuy das Geld sofort nach Prüfung der Ware bekommt - ganz unabhängig davon, ob der Artikel später verkauft wird oder nicht.

 

Such Dir also die Sachen raus, die Du gar nicht oder kaum verwendest und werde diesen unnützen Ballast los. Darunter fällt übrigens auch das Kleingeld in deinem Portemonnaie: Such dir ein altes Sparschwein (am Besten ohne Schlüssel) und wirf jeden Abend das Kleingeld, das sich am Tag in deinem Geldbeutel angesammelt hat, hinein. Kurz bevor die Reise losgeht, bringst Du dann das gesammelte Kleingeld zur Bank. Du wirst staunen, was da mit der Zeit zusammen kommt. Und damit hast Du dann vielleicht schon das Geld für ein paar Übernachtungen oder einen schönen Party-Abend zusammen.

 

4. Sparsame Alternativen finden

Suche Dir günstige Alternativen zu Deinen bisherigen teuren Freizeitbeschäftigungen.

Wenn Du gerne mit Freunden ins Kino gehst, dann lade sie doch stattdessen zum gemeinsamen DVD-Abend ein. Oder ihr trefft euch zum Spiele-Abend. Wenn Du mit Deinem Partner gerne Essen gehst, dann kocht einfach mal zusammen, das tut auch der Partnerschaft gut. Oder ihr lest euch gegenseitig aus einem Buch vor, auch eine sehr schöne Sache. Wenn Du ein Zeitungsabonnement hast, dann überlege Dir, ob nicht auch die News auf der Website oder auf Facebook genügen. Wechsel den Stromanbieter und schau nach einem günstigeren Handyvertrag. Du hast eine Handyflatrate? Brauchst Du dann wirklich noch Deinen Festnetzanschluss zu Hause?


5. Beschenken lassen

Sich beschenken lassen ist eine tolle Art und Weise, das Geld für die geplante Reise zusammen zu bekommen. Sicher benötigst Du noch größere oder kleinere Sachen für deine Reise. Das kann der Rucksack, die passenden Schuhe oder ein Reiseführer sein. Du hast wirklich schon alles? Dann ist das vermutlich nicht Deine erstere längere Reise und Du brauchst dieses ganzen Tipps gar nicht. Das, oder das Geld aus der Erbschaft wird langsam knapp;-) Aber auch das ist kein Problem: Lass Dir Geld schenken. Aber nicht schnöde in einem Umschlag, das ist vielen zu blöd. Gib ihnen einen Anreiz, indem Du Dir zum Beispiel das Tagesbudget für Myanmar oder eine Übernachtung in Sydney schenken lässt. 


6. Und für hartgesottene Listenliebhaber...

...wie ich einer bin: Führe ein Haushaltsbuch! 

Alle, die mich schon ein bisschen besser kennen, wissen: Ich liebe Listen und Tabellen! Ich liebe die To-Do-Liste, die Packliste, die Checkliste, den Zeitplan und eben auch die Kostenanalyse. Viele von meinen Lesern werden mich jetzt bestimmt als Spießer abtun oder als Kontrollfreak. Bitte, tut das, denn das Wichtige ist, dass es mir damit gut geht. Ich liebe es nun mal, hinter einen fertig gestellten Punkt ein Häkchen zu setzen, festzustellen, was ich noch wann zu erledigen haben und zu wissen, wie nah ich meinem Ziel schon gekommen bin.

 

Und wie führt man nun so ein Haushaltsbuch? Ganz einfach: Erstelle Dir als erstes eine Exeltabelle (oder lad dir meine Vorlage am Ende des Artikels herunter). Schreibe all Deine Einnahmen und Ausgaben auf. Am Besten nach Kategorien, also zum Beispiel fixe Kosten wie "Miete" oder "Versicherungen", aber auch solche Sachen wie "Lebensmittel", "Hobby" oder " Ausgehen". Und, ja, ich meine ALLE deine Ausgaben, also auch das Red Bull für 1,49 oder das Brötchen beim Bäcker. Bekanntlich macht Kleinvieh ja auch Mist.

 

Was Du davon hast, fragst Du Dich? Erstens, und das ist wohl der wichtigste Part: Du siehst, wie viel Geld Du für Sachen ausgibst, die Dir eigentlich gar nicht wichtig sind. Viele verzehrst Du, ohne wirklich darauf zu achten oder sie werden gekauft und nach einmal tragen in den Kleiderschrank gehängt und nie wieder rausgekramt. Für die Zukunft wirst Du also öfter darüber nachdenken, ob Du dieses neue Paar Pumps, die Tafel Schokolade oder den Sixpack Bier wirklich brauchst.

 

Zweitens bekommst Du dadurch einen Überblick, was Du monatlich zurücklegen kannst, weil Du nur noch Geld für Sachen ausgibst, die Dir wichtig sind. Damit meine ich nicht, dass man auf jeglichen Luxus verzichten soll. Ich rate lediglich dazu, bewusster mit seinem Geld umzugehen und es für Sachen auszugeben. über die man sich mehr als drei Tage freut.

 

Drittens ist es einfach eine tolle Motivation. Nach ein paar Monaten wirst du sehen, dass Du im Sparen viel besser bist als noch zur Anfangszeit. Das ist ganz besonders wichtig, wenn Du auf etwas Großes wie eine Weltreise sparst. Da verlässt einen nämlich in der Regel nach einiger Zeit der Ansporn, für etwas zu verzichten, dass in (vermeintlich) ferner Zukunft liegt.

 

Zu guter Letzt lernst Du dadurch, mit Weniger klar zu kommen. Insbesondere, wenn Du eine längere Zeit auf eine Backpacking-Reise gehen willst, wirst Du auf Vieles verzichten müssen. Also wieso nicht schon mal in sehr abgeschwächter Form herausfinden, wie Du damit umgehst?

 

Wer das nicht machen möchte: Ich verstehe das voll und ganz. Aber wie immer: Jedem das Seine. Und, ja, ich weiß, dass ich meinen Planungswahn auf Reisen ablegen muss. Das mache ich sogar richtig gerne, es kann ganz schön anstrengend sein, immer so viel durchdenken zu müssen;-)


Um mit der Planung zur Finanzierung anzufangen, kannst Du hier kostenlos meine bearbeitbare Exeltabelle eines Haushaltplans und eine Beispieltabelle herunterlanden.


Download
Haushaltstabelle
Haushaltstabelle Muster.xlsx
Microsoft Excel Tabelle 50.4 KB
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Haushaltstabelle Beispiel.xlsx
Microsoft Excel Tabelle 55.0 KB

 

Du weißt noch gar nicht, mit was für Kosten du bei deiner Reise rechnen musst? Dann schau doch einfach mal hier vorbei.



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Kommentare: 6
  • #1

    Markus (Mittwoch, 19 November 2014 09:49)

    Meine Schuhe bleiben da :-)

    So eine Haushaltstabelle habe ich im Januar auch angefangen. Nach knapp eine Jahr kann ich sagen, es war eine gute Entscheidung. Man hat endlich einen genauen Überblick wo das Geld hin ist, sieht was man noch ausgeben darf und kann so immer grob für den kommenden Monat planen. Bei den Tagesgeldkonten oder Girokonten kann man die Rabodirect, DKB und Bank of Scottland erwähnen. Die verlangen alle keinen "Mindestumsatz" Zinsen gibt es heute leider eh kaum noch welche. Aber vllt. kann ein bekannter der bei der Bank ist Einen werben. Die Prämie kann man ja dann teilen. Sind immerhin noch ca. 25 €.

    Durch das Nennen von Alternativen zu den kostenintensiven Freizeitaktivitäten fällt es doch leichter auf das wir oder andere zu verzichten. Eigentlich verzichtet man nicht, man verlegt z.B. das Kino zu sich in das Wohnzimmer. Und wenn man sich bewusst ist, was für eine tolle Zeit man auf seiner Reise erleben wird, kann man es locker verkraften. ;-)

    Super geschrieben!

  • #2

    travelisi (Mittwoch, 19 November 2014 13:28)

    Hey Markus,

    danke für deine Tipps und die lieben Worte. Finde es klasse, dass du auch eine Haushaltstabelle führst, mit jedenfalls hat sie wahnsinnig geholfen, um einen Überblick zu bekommen und auch zu behalten.

    Ich finde, ein DVD-Abend kann sogar schöner sein als Kino, da man viel mehr mit dem anderen kommuniziert, als wenn man sich vorm Kino trifft, den Film schaut und wieder auseinander geht.
    Viele Grüße, Lisa

    P.S.: Raus mit den Schuhen!;)

  • #3

    Wibke (Donnerstag, 18 Juni 2015 22:58)

    Richtig gute Tipps, die du da zusammen gestellt hast.
    So eine Haushaltstabelle wirkt wirklich Wunder und man sollte sich damit anfreunden- gerade wenn eine längere Reise geplant ist.

    Danke auch für den Tipp mit Rebuy. das werde ich mir direkt einmal anschauen.

    Liebe Grüße

  • #4

    Lydia (Freitag, 19 Juni 2015 19:42)

    Hey,

    sehr viele Hilfreiche Tipps! Einige kannte ich bereits, aber die neu gelernten setze ich auf jedenfall ab sofort um! Danke dafür.

  • #5

    A+K Weltenbummler (Dienstag, 08 Dezember 2015 12:14)

    Hallo,
    da hast Du Dir ja Mühe gegeben, diese Tipps alle zusammenzustellen. Es ist wahr, dass unsere Gesellschaft suggeriert, dass man alles haben muss. Wir waren dagegen irgendwie schon immer weitestgehend immun und haben das meiste Geld in unsere Reisen gesteckt. Die meisten Leute fragen uns, wie wir unsere Reisen finanziert haben. Das ist gar nicht schwer, wenn man ständig auf günstige Angebote achtet, mit wenig zurechtkommt und weiß, was man im Monat zur Verfügung hat. So eine Haushaltsliste haben wir zwar nie gebraucht, aber es ist schon wichtig zu wissen, was man an Einnahmen und Ausgaben hat.

  • #6

    Lisa (Mittwoch, 09 Dezember 2015 05:46)

    Hallo Angela und Klaus,
    genau das gleiche Erlebnis mache ich auch immer wieder: "Wie, du gehst schon wieder weg? Wie leistest du dir das denn so oft?" Dabei ist die Antwort so einfach. Ich verzichte einfach auf anderes dafür. Ich habe meine Priorität aufs Reisen gesetzt und habe kein Problem damit, beim Flug auch mal umzusteigen, wenn sich dafür der Preis reduziert. Und ich bin auch eher ein Freund von Hostels als in einem sterilen Hotel zu übernachten.
    Viele Grüße, Lisa